Neonkrankheit
Früher oder später wird jeder Fischhalter mit einer Krankheit der Bewohner seines Beckens konfrontiert. Die Neonkrankheit ist eine Erkrankung, die vor allem die Muskulatur und seltener die inneren Organe der Fische betrifft. Sie wird durch Parasiten der Gattung Plistophora verursacht. Unter den Aquarienfischen sind Salmler und Karpfenfische am anfälligsten, auch wenn sie bei vielen Fischarten auftritt.
Eine kurze Beschreibung des Neonsalmlers
Der Neonsalmler ist ein lebhafter Süßwasserfisch aus Südamerika. Er ist ein Schwarmfisch, weshalb es je nach Beckengröße empfehlenswert ist, mindestens 10 Exemplare zu halten und dem Schwarm ausreichend Schwimmraum zu lassen. Männchen sind schlanker als Weibchen, der Geschlechtsdimorphismus ist jedoch mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Da Neonsalmler in der Natur in den dunklen Gewässern südamerikanischer Flüsse leben, eignen sich Dekorationen aus Holz und Steinen mit dichter Bepflanzung und nicht zu intensiver Beleuchtung perfekt für das Aquarium. Regelmäßige Wasserwechsel sind für Neonsalmler wichtig, da diese Fischart recht empfindlich auf schlechte Wasserwerte reagiert. Sie bevorzugen weiches bis mittelhartes Wasser und eine Wassertemperatur von 21-24 Grad Celsius. Deshalb lohnt es sich, die KH (Karbonathärte) durch aquaristische Tests oder mithilfe der Dauertest-Methode zu kontrollieren, um optimale Bedingungen für euren Neonsalmler zu gewährleisten.
Infektionsquellen und Faktoren, die zum Auftreten der Neonkrankheit beitragen
Kranke Fische und Überträger sind die Hauptinfektionsquelle. Der Parasit kann auch über das Substrat, Pflanzen oder Lebendfutter ins Aquarienwasser gelangen. Um das Auftreten der Neonkrankheit in eurem Aquarium zu minimieren, kauft Pflanzen aus In-vitro-Kultur. Solche Pflanzen werden unter sehr sterilen Bedingungen gezogen, wodurch das Risiko, unerwünschte Parasiten ins Aquarium einzuschleppen, deutlich geringer ist. Beim Kauf von Pflanzen in der Zoohandlung lohnt es sich, den Verkäufer zu fragen, wie die Pflanze kultiviert wurde, um das Risiko zu verringern, dass die Neonkrankheit euer Süßwasserbecken befällt. Die meisten Fische erkranken an der Neonkrankheit, weil zu früh neue Lebewesen ins Becken eingesetzt werden. Quarantänisiert Fische und Pflanzen daher einige Wochen, bevor ihr sie ins Gemeinschaftsbecken setzt, um den unerwünschten parasitären Organismus zu vermeiden.
Eine Infektion tritt auf, wenn der Parasit in das Verdauungssystem des Fisches gelangt. Es kommt auch vor, dass die Neonkrankheit vererbt wird, d. h. Fische, deren Eierstöcke vom Parasiten befallen sind, legen infizierte Eier, sodass die Krankheit auch bei sehr jungen Individuen auftreten kann.
Das Risiko, an der Neonkrankheit zu erkranken, ist bei Fischen mit geschwächtem Immunsystem oder fortgeschrittenem Alter höher. Die Neonkrankheit kann auch durch Frost- oder Lebendfutter aus unzuverlässiger Quelle ins Becken gelangen. Flockenfutter ist in diesem Fall die sicherere Option ;)
Symptome
Am häufigsten lässt sich im Anfangsstadium als wichtigstes Anzeichen der Krankheit das Auftreten weißer, glänzender Flecken auf der Muskulatur von Kopf und Rumpf des Fisches beobachten. Manchmal treten quer verlaufende, weißliche Streifen auf. Je nach Fischart können diese Veränderungen unterschiedliche Formen annehmen – manche Neonsalmler-Arten verlieren beispielsweise teilweise ihre Färbung, während bei anderen Arten der charakteristische blaugrüne Streifen ungleichmäßig gefärbt ist. Manchmal ist ein allmähliches Verblassen der Farben (Aufhellung oder Vergrauung) zu beobachten, das vom Schwanz in Richtung Kopf fortschreitet. Kranke Fische schwimmen schräg mit gesenktem Schwanz und zeigen gelegentlich eine Reihe unruhiger Bewegungen. In manchen Fällen schwimmen die Fische unkoordiniert. Nachts sind die Fische ungewöhnlich aktiv und bewegen sich unruhig im Aquarium. Es gibt auch Fische, die unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Symptome einschlafen. Im fortgeschrittenen Stadium der Neonkrankheit fressen die infizierten Fische weniger, und in ihrer Muskulatur erscheinen weiße Knötchen. Auch ausgefranste Flossen werden gelegentlich in den Aquarien beobachtet. Zudem kann sich die Wirbelsäule des Fisches mit der Zeit krümmen. Parallel zur Neonkrankheit können weitere Infektionen wie Flossenfäule auftreten.
Behandlung
Leider wurden bislang keine wirksamen Behandlungen für die Neonkrankheit entwickelt. Wird die Krankheit diagnostiziert, sollten alle Fische im Aquarium als potenzielle Überträger behandelt werden. Die meisten Fachleute empfehlen, alle Bewohner des Aquariums zu entfernen. Habt ihr besonders wertvolle Exemplare, die keine Symptome zeigen, könnt ihr deren Entfernung aufschieben und sie in ein Quarantänebecken umsetzen, bis ihr Nachwuchs von ihnen erhaltet. Dabei ist es notwendig, die Trennung der Becken streng einzuhalten, d. h. keine Pflanzen umzusetzen und keine gemeinsamen Geräte oder Werkzeuge zum Fangen der Fische zu verwenden. Entwickelt sich der von möglicherweise infizierten Fischen stammende Nachwuchs normal und zeigt keine Krankheitszeichen, kann davon ausgegangen werden, dass die Fische nicht infiziert sind. Andernfalls sollten sowohl die adulten als auch die jungen Fische aus dem Aquarium entfernt werden.
Das Aquarium, in dem die Krankheit festgestellt wurde, sowie die gesamte Ausrüstung sollten gründlich desinfiziert werden, und Substrat und Pflanzen sollten entsorgt werden.
Prophylaxe
Um der Neonkrankheit vorzubeugen, solltet ihr eure Fische aufmerksam beobachten. Außerdem ist eine mindestens einmonatige Quarantäne neuer Fische notwendig, sowie deren Kauf aus sogenannten zuverlässigen Quellen. Ebenso ist Vorsicht geboten, wenn Pflanzen oder Materialien, aus denen das Substrat besteht, ins Aquarium eingebracht werden. Das ist ein sehr verbreiteter Ratschlag im Aquarienhobby. Leider halten sich viele Aquarianer nicht an diese Regel, wodurch das Risiko, bakterielle und parasitäre Infektionen ins Aquarium einzuschleppen, stark steigt.
Die falsche Neonkrankheit
Die falsche Neonkrankheit weist sehr ähnliche Symptome wie die Neonkrankheit auf. Diese Krankheit wird durch das Bakterium Flavobacterium columnare. verursacht. Wie fast immer bei bakteriellen Infektionen ist eine antibakterielle Behandlung mit Antibiotika möglich und endet sehr oft mit großem Erfolg. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, den erkrankten Neonsalmler zu behandeln, da es in der Fischwelt verschiedene Krankheiten gibt, die die gleichen Symptome aufweisen können.
Zusammenfassung
Vorbeugen ist definitiv besser als die Neonkrankheit zu behandeln. Kauft Fische aus zuverlässigen Quellen. Kauft In-vitro-Pflanzen. Quarantänisiert neue Fische. Beobachtet das Aquarium. Desinfiziert eure aquaristischen Werkzeuge.
Wir hoffen sehr, dass euch dieser Artikel dabei hilft, eure Neonsalmler sicher und gesund in eurem schönen Aquarium zu halten. Die Gesundheit der Fische ist wichtig für das gesamte Unterwasser-Ökosystem!





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